 Der Geist des Ortes
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Der 7315 m hohe Chomolhari befindet sich auf der Grenze
zwischen Tibet und dem Himalaya-Staat Bhutan.
Auf ihm Berg residiert die Göttin Tashi Tseringma. Sie ist die älteste der fünf "Feengöttinnen des Langen Lebens" ("Glücksschwestern"), die auf | | anderen bedeutenden Gipfeln im Himalaya-Raum zwischen Nepal und Tibet wohnen (Gaurishankar, Chomolungma). Die Schwestern gelten als die Schutzgöttinnen der im Himalaya meditierenden Mönche - aber auch der im Hochgebirge Reisende tut gut daran, sich dem Schutz der fünf Göttinnen anzuvertrauen. | | 
| | Der Chomolhari ist der heiligste Berg Bhutans. Berggottheiten, Yül-lha, spielen im Leben der Einwohner dieses Landes eine grosse Rolle. Sie sind den Menschen viel näher als die Gottheiten im Himmel und beschäftigen sich mit deren Angelegenheiten. Die Berge gelten weiterhin als Aufenthaltsorte der Seelen der Ahnen oder werden auch selbst als Vorfahren der eigenen sozialen Gruppe gesehen. | | Wie tief dieser Glaube an die Yül-lha in der Bevölkerung verankert ist, beweist das Schicksal Leutnants Chachu im Rahmen einer indo-bhutanesischen Chomolhari-Expedition im Frühjahr 1970. Leutnant Chachu, ein Mitglied dieser Expedition berichtet: "Für unser Volk ist der 24.000 Fuss hohe Chomolhari die |  Chomolhari | | Wohnstätte der Großen Göttin. Die meisten Bhutanesen glauben, dass der heilige Gipfel nicht bestiegen werden kann. Diese Gefühle überwiegen unter allen Bergbewohnern . . ." | | Um auch die Tradition und diese Gefühle bei der Besteigung zu berücksichtigen, beschloss die Expedition, eine Buddha-Statue mit zu nehmen, um sie am Gipfel unter Gebeten zu deponieren. Nachdem die Expedition ein Lager auf 23.000 Fuss eingerichtet hatte, brach das Gipfelteam unter der Leitung des Leutnants an einem klaren Tag auf. Aber nur 100 Fuss unter dem Gipfel fühlte Leutnant Chachu, "... , dass ich nicht weitergehen konnte, zu stark war ich in der Überlieferung meines Landes verwurzelt. Ich beschloss, knapp unter dem Gipfel zu bleiben. Nur zögernd, nach vielen Argumenten, sicherten mich meine Kameraden. Vergeblich versuchten sie mich zu überzeugen, dass es nichts schlechtes sein könne, zum Wohnsitz der Göttin zu gehen und dort zu beten, in aller Demut seien wir doch auf dem Pilgerweg. Aber es ist die Art des alten Bergbewohner: Sie lieben und respektieren die Berge und wollen sie nicht entweihen. Nachdem meine vier Kameraden die bhutanesische Flagge und die Buddha-Statue am Gipfel gelassen hatten, holten sie mich ab."(1) | | Eine zweite Gipfelgruppe verirrte sich später im Nebel und ist seitdem verschollen. Die Frage übrigens, ob die Göttin auf dem Berg bloß wohnt oder ob sie sich in dem Berg verkörpert, ist für die Einwohner Bhutans bedeutungslos, denn durch die transzendente Ausstattung der Natur ergibt sich für sie kein Widerspruch. |  Tashi Tseringma | Tashi Tseringma, die neben dem Chomolhari auch auf dem Gaurishankar in Nepal residiert , wird auch Chomolhari "Herrin der Götterberge", Dorje Kunsangma "Mutter des immerguten Dorje", Tseyi Wangchukma, Dorje Gyamakyong und in Sanskrit Mangala Dirghayusi "Glücksgöttin des Langen Lebens" genannt. Sie war ursprünglich eine tibetische Berggöttin, die von Guru Rinpoche und dem Yogi Milarepa in einem magischen Kampf besiegt wurde und so zu einer Beschützerin des tibetischen Glaubens wurde (dharmapala). | | In ihrer Erscheinungsform als Chomolhari bzw. Dorje Gyamakyong wird sie feenhaft verspielt, in wunderschönen Seidengewänder gehüllt und in blau-grüner Farbe dargestellt. Auf einem Kiang (Wildesel) reitend, hält sie in der linken eine Fangschlinge und in der rechten Hand einen Dolch bzw. eine Shanglang-Glocke. | | Einer bhutanesischen Legende nach, hat die Göttin in ihrer Escheinungsform als Chomolhari für die Verbreitung der Drukpa-Kagyüpa-Lehre in Bhutan eine wichtige Rolle gespielt. Einst wanderte der grosse Gelehrte Töndup Gyaltshan (Töndrub Gyaltsen) auf der Flucht von Zentraltibet nach Süden. An der Grenze zu Bhutan näherte sich ihm die Göttin, die gekommen war, um ihn für die Missionierung Bhutans zu segnen.
Schreibweisen: Chomolhari, Chomo Lhari |  |  | Zun Thema | | 1937 wurde der Berg erstmals von dem Sherpa Pasang und F.S. Chapman bestiegen. Nur wenige Touristen besuchen jährlich Bhutan, dieses kleine Königreich im Himalaya, welches durch Abschottung von der Aussenwelt, wie ein Juwel verborgen in den Bergen liegt. Von den wenigen Gegenden, die für das Trekking seitens der Regierung geöffnet wurden, ist die Route zum Basecamp des Chomolhari sehr wahrscheinlich eine der schönsten. | | (1) Olschak u.a., Himalaya, vgs | | | | Quelle: Internet; A. Gruschke, Die Heiligen Stätten der Tibeter, Diedrichs Gelbe Reihe; Olschak u.a.,Himalaya, vgs; Gratzel, K., Mythos Berg, Hollinek | |